+ Weisser Bock Restaurant-Heidelberg Weingut Seeger

(Weisser) Bock auf guten Wein

Feine Weine aus der Welt und der Region haben Tradition im Weissen Bock. Kein Wunder, denn kaum ein anderes Getränk präsentiert sich facettenreicher und lässt sich besser mit den schmackhaften Kreationen aus unserer Küche kombinieren.

Im Gewölbekeller tief unter der Großen Mantelgasse lagert manch feiner Tropfen – schon bei der Lektüre unserer Weinkarte lässt sich das unschwer erahnen. Kein Abend vergeht, an dem der tanninhaltige Rebensaft nicht unsere Gäste verzaubert. Die einen wissen genau, welches Glas es zum Fleisch-, Fisch- oder Wildgericht sein soll, andere wiederum lassen sich von unserer Auswahl inspirieren oder von unserem geschulten Personal beraten. Doch ob Kenner oder neugieriger Entdecker – im Verlauf des Abends lässt sich miterleben, wie unter der sanften Wirkung des Weines die Gespräche am Tisch lebhafter und die Stimmung entspannter werden.

Weingenuss ist ein geselliges Erlebnis. Diese Erkenntnis haben wir im Weissen Bock schon vor Jahren zum Anlass genommen, dem Thema Wein alljährlich drei Abende zu widmen. Im Rahmen der regelmäßig wiederkehrenden Tasting-Events servieren wir ein besonders liebevoll ausgewähltes Menü und zu jedem Gang einen anderen elegant korrespondierenden Wein. Den Anfang macht im Weinprobenkalender des Weissen Bocks traditionell die Veranstaltung „Deutsche Weine & Asiatische Küche“ im Mai. Im September folgt Weinprobe Nr.2 „Die Welt der Großen Gewächse“ und im November schließlich präsentieren wir „Rotweine vom Weingut Seeger“.

Die Gemeinsamkeit der drei Abende besteht darin, dass Genuss und Gemeinschaft stets im Vordergrund stehen. Es geht nicht darum zu belehren, zu philosophieren und zu fachsimpeln, sondern vielmehr darum, unvergessliche Stunden mit alten Bekannten und spannenden, neuen Leuten zu erleben. Ganz beiläufig lernen unsere Gäste die Vielfalt der Weine kennen und lauschen den interessanten Anekdoten befreundeter Winzer, die an diesen Abenden persönlich anwesend sind und von ihrer ganz persönlichen Wein-Leidenschaft berichten.

Die wiederholten Schließungen des letzten Jahres haben den Ablauf unseres Tasting-Kalenders gehörig durcheinandergewirbelt. Nachdem 2021 „Deutsche Weine & Asiatische Küche“ bereits zum zweiten Male entfallen mussten und auch die „großen Gewächse“ nicht planmäßig stattfinden konnten, starten wir am Sonntag, den 14. November, nun endlich zu unserem ersten großen Wein-Event 2021.


Die grosse Weingutspräsentation
Thomas Seeger, Leimen

Sonntag, 14. November 2021
Beginn: 18:00 Uhr

 

Ein Meister seines Fachs

Warum in die Ferne schweifen? Mit unserem langjährigen, engen Freund Thomas Seeger haben wir einen der absoluten Ausnahme-Winzer zum direkten Nachbarn. Die Liste der Weinpreise, die dieses besondere Winzer-Talent seit Jahrzehnten national und international abräumt, würde den Rahmen eines jeden Blog-Beitrags sprengen. Seit jeher setzt Weingut Seeger einen besonderen Schwerpunkt auf Rotweine, die eine Qualität erreichen, wie sie in Deutschland kaum je für möglich gehalten wurde. An diesem Abend ist Thomas Seeger persönlich zu Gast und wird in gewohnt charmanter Manier seine feinen Tropfen (weiß und rot) präsentieren, unseren Gästen Rede und Antwort stehen und ganz persönliche Einblicke in seinen Alltag als Winzer gewähren.

Menü des Abends

Aperitif: Chardonnay Sekt

>> St. Jakobsmuschel | Tapioka

>> Schweinebauch | Spitzkohl | geröstete Zwiebeln

>> Homemade Pasta | Seeigelrogen | Staudensellerie

>> „Berliner“ Gänsestopfleber | Zwetschge

>> Kalbsfilet | lila Kartoffel | Fingerkarotten

>> Apfel Tarte Tatin | Tonkabohne

Weinbegleitung (ausgewählte Jahrgänge)

>> Riesling „Philipp-Georg“ & „Anna-Marie“

>> Weiß- und Grauburgunder „Oberklamm“ GG

>> Cuvée AnnA & NaaN

>> Blaufränkisch „S“ & „R“

>> Spätburgunder „S“ & „R“ GG Spermen

>> Ausgewählter Süßwein von Weingut Frey, Essingen, Pfalz

Menüpreis inkl. Weinbegleitung: EUR 120,-

Für diesen kulinarischen Höhepunkt des Jahres 2021 im Weissen Bock sind noch einige Plätze verfügbar. Reservierungen nehmen wir per E-Mail oder telefonisch entgegen unter:

Telefon: +49 6221 90000
E-Mail: info@weisserbock.de

Wir freuen uns auf einen unvergesslichen gemeinsamen Abend!

+ Brauerei Heidelberg

BIERSTADT HEIDELBERG – Prost, Prosit und zum Wohl!

Ob im Sommer draußen am Neckarufer oder abends in den Gassen der Altstadt: in Heidelberg wird gerne Bier getrunken. Uns ist aufgefallen, dass sich seit einiger Zeit im Stadtbild etwas ändert, und das freut uns. Statt den Gerstensaft als Mischgetränk aus kleinen, grünen oder weißen Flaschen mit bunten Etiketten zu trinken, sieht man immer häufiger, wie Genießer einander die Gläser aus großen braunen Flaschen auffüllen. Womit das wohl zusammenhängt? In Köln trinkt man Kölsch, in München Helles und in Düsseldorf ein Alt – doch welches ist das Bier der Wahl in Heidelberg? Wie überall in Deutschland dominieren auch hier leider die geschmacklich austauschbaren Biere der Industrie die Zapfanlagen, doch es gibt Hoffnung. In den letzten zwei Jahrzehnten ist eine kleine Welt der Manufaktur-Biere entstanden, die sich zu Recht einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut.

Früh morgens in der Leyergasse, inmitten der Heidelberger Altstadt. Während es oben in der Ritterhalle der Kulturbrauerei noch ruhig zugeht, herrscht in den Katakomben im Keller Hochbetrieb. Hier unten, tief unter Hotel und Restaurant liegt das Reich von Thomas Lamerz verborgen. Als Braumeister der Kulturbrauerei ist er persönlich verantwortlich für die feine, goldene Delikatesse, die durch ein ausgeklügeltes Schlauchsystem aus großen Kesseln hinauf in die Zapfanlage des beliebten Wirtshauses gepumpt wird. „An unserem Standort haben wir ein uraltes Handwerk wiederbelebt. Schon im 18. Jahrhundert wurde hier Bier für das historische Studentenlokal zum Seppl gebraut, das heute zu unserem Ensemble dazugehört. Damals gab es in Heidelberg noch 36 Brauereien und frisches Bier musste schnell, kühl und möglichst ruckelfrei über das Kopfsteinpflaster zum Abnehmer befördert werden.“ Viel hat sich geändert in den vergangenen 250 Jahren, manches ist aber auch geblieben. Damals wie heute wird das Bier streng nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Doch während man in alten Zeiten mit schwankender Getreidequalität und Missernten zu kämpfen hatte, stehen modernen Bierbrauern heute hochtechnisierte Anlagen und feinste Zutaten aus den hervorragendsten Anbaugebieten der Welt zur Verfügung.

Verschmitzt blickt Braumeister Lamerz durch seine Brille und fährt fort. „Wir produzieren hier klassische, saisonale Frischbiere nach altem Rezept. Wozu wir heute aber in der Lage sind, ist durch Zugabe von internationalen Hopfensorten wie Motueka, Cascade und Nelson Sauvin eine fruchtige Vielfalt von Aromen zu erzeugen, die einen Spagat hin zur Craftbeer-Kunst darstellt. Das sind besondere Biersorten, die klassisch herb anmuten und im Nachtrunk ein außergewöhnliches, teils leicht exotisches Bukett entwickeln.“ Fast ein Dutzend verschiedener Bierspezialitäten finden jedes Jahr ihren Weg aus Lamerz Braukesseln hinein in die Tonkrüge der Gäste der Kulturbrauerei. Und wenn die Produktionsmenge es zulässt, wird ein teil der edlen Tropfen auch in formschöne 0,7l-Champagnerflaschen abgefüllt, die bequem per Onlineshop oder auch direkt im Lokal für den Heimverzehr erworben werden können. Wer sich also auf die Spuren Heidelberger Biertradition begeben will, der ist in der Kulturbrauerei wirklich bestens aufgehoben. Zum einen, weil sich hier die leckeren Bierspezialitäten direkt vor Ort verköstigen lassen, zum anderen, weil für vorangemeldete Reisegruppen auch spannende Brauereiführungen durch den Gewölbekeller angeboten werden. Der Hotel-Standort im Herzen der Altstadt hat aber noch einen weiteren Vorteil. Von hier aus lassen sich auch weitere Hausbrauereien fußläufig erkunden.

Einen Besuch wert ist sicherlich das Vetter-Brauhaus in der Steingasse. Dort werden neben den klassischen Alljahres-Bieren auch saisonal wechselnde Saisonbiere ausgeschenkt. 1994 hat man es mit dem ehemals stärksten Bier der Welt sogar ins Guinness Buch der Rekorde geschafft. Wem nach deftiger Kost nach einem ausgiebigen Spaziergang zumute ist, dem empfehlen wir einen Fußmarsch in den neckaraufwärts gelegenen Stadtteil Ziegelhausen. Dort hoch oben über dem Neckarufer, wird auf dem Gelände des Benediktinerordens „Stift Neuburg“ seit 2009 ebenfalls ambitioniert Bier gebraut. Interessierte Besucher können auch hier im Rahmen einer Führung Einblicke hinter die Kulissen des Brauereihandwerks gewinnen. Vom Hotel der Kulturbrauerei über die Steingasse rüber nach Neuenheim, von dort aus hoch zum Kloster und wieder zurück in unser Brauhaus – das klingt nach einer wundervoll süffigen Bierwanderung. Und wer für sich in Anspruch nehmen möchte, er sei ein echter Heidelberger Bierkenner, dem empfehlen wir zusätzlich noch einen Zwischenstopp im Stadtteil Handschuhsheim. Dort haben die jungen Craftbier-Brauer von „Heerlijk“ ein Ladengeschäft eröffnet, in dem sie ihre selbstgebrauten Spezialitäten feilbieten.

Von den 36 Brauereien der Vergangenheit sind wir noch weit entfernt, aber auf die Tendenz dürfen wir in Heidelberg stolz sein!

Mehr Infos:
http://www.heidelberger-kulturbrauerei.de
http://www.brauhaus-vetter.de
http://www.brauerei-zum-klosterhof.de
http://www.heerlijk-bier.de

+ Kulturbrauerei Heidelberg - Arbeiten und Jobs in Gastronomie, Hotellerie Heidelberg

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Ein Blick hinter die Kulissen der Kulturbrauerei

Jedes Jahr strömen Millionen von Besuchern nach Heidelberg. Sie spazieren durch die engen Gassen der romantischen Altstadt, besuchen die weltberühmte Schlossruine und die Alte Brücke. Viele von ihnen kehren in den Mittags- oder Abendstunden in der Kulturbrauerei ein, um dort herzhafte deutsche Spezialitäten und hausgebrautes Bier zu genießen und manche von ihnen nächtigen auch dort im Hotel, das an die Brauerei angeschlossen ist.

„Kaum einem Gast ist bewusst, wie groß der Betrieb hier ist. Kein Wunder, wenn man im lauschigen Biergarten sitzt, denkt man ja nicht an die Kapazitäten drinnen im Restaurant. Man bemerkt nicht, dass in den Gewölben unter uns gerade Bier gebraut wird und nur wenige wissen, dass die umliegenden Gebäude zum Hotel dazugehören.“ Daniela Frank, von Kollegen meist kurz „Danni“ genannt, weiß wovon sie spricht. Seit acht Jahren arbeitet die stets gut gelaunte Hotelfachfrau und diplomierte Betriebswirtin in der Kulturbrauerei. Und auch wenn sie eigentlich für die Hotelrezeption und die Planung und Durchführung sämtlicher Veranstaltungen die Verantwortung trägt, läuft ohne sie fast nichts mehr hier. Daniela behält den Betrieb im Blick, hat stets ein offenes Ohr für die Sorgen des Teams und steht Familie Merz mit Rat und Tat zur Seite. Kurz vor ihrem Schichtbeginn hat sie sich Zeit für unseren Blog genommen. Im Interview berichtet Daniela, wie es dazu kam, dass sie ihr Herz in Heidelberg verloren hat, warum sie sich keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen kann und weshalb sie sich doch manchmal für ihre Karriereplanung rechtfertigen muss.

Erzähl doch mal – wann und warum hat es dich nach Heidelberg verschlagen?

Das war 2013. Damals war ich als Hotelfachfrau in einem 5-Sterne-Hotel auf Sylt tätig. Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln und bin dem exzellenten Ruf der Heidelberger Hotelfachschule gefolgt. Dort habe ich mich beworben und bin genommen worden.

Und wie kam es, dass du in der Kulturbrauerei gelandet bist?

Dass verlief eher zufällig. Mein Freund und heutiger Ehemann folgte mir von Sylt nach Heidelberg. Er hat im Weissen Bock angeheuert, einem Restaurant, das ebenfalls Familie Merz gehört und hat sich dort für mich nach einem Job erkundigt. Ich habe dann begonnen im Seppl zu arbeiten.

Was waren deine Aufgaben?

Ich war gewöhnliche Servicekraft. An drei Abenden pro Woche habe ich gekellnert und mir so teilweise das Studium finanziert. Das war eine tolle Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Alles war ganz neu für uns und in Heidelberg und wir haben uns schnell sehr gut eingelebt.

Wie kam der Schritt vom Service an die Rezeption zustande?

Vor meiner Abschlussprüfung bin ich offen angesprochen und nach meinen Zukunftsplänen gefragt worden. Das ist typisch für Familie Merz (lacht), die haben ihre „Schäfchen“ immer im Blick und achten darauf, dass Mitarbeiter ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten haben. Mir wurde angeboten, dass ich ins Hotel- und Event-Management wechseln kann – mein beruflicher Wunschtraum. Und hier bin ich auch heute noch und bin sehr glücklich darüber.

Und was sagen die ehemaligen Kollegen auf Sylt dazu?

Ja die haben erstmal den Kopf geschüttelt, dass ich bleibe. Aber die dachten auch ich jobbe in einer Bier-Schenke. Wer mich hier besucht und die Kulturbrauerei kennenlernt, der kann meine Entscheidung sofort nachvollziehen.

Das musst du genauer erklären – wie meinst du das?

Wer das Glück hat in der Kulturbrauerei zu arbeiten, genießt die Vorteile der großen Hotels und die der Familienbetriebe. Ich habe hier einen sicheren Job mit überdurchschnittlicher Vergütung und festen Arbeitszeiten ohne Nacht- oder Teildienst. Sonntags und montags habe ich frei, Urlaubssperre im Sommer gibt es nicht, denn der Betrieb läuft ganzjährig auf Hochtouren. Der Umgangston ist freundlich, ehrlich und offen und die Kommunikationswege sind kurz. Heidelberg ist eine tolle Stadt, die viel zu bieten hat und wer sich weiterentwickeln will, der hat in den Betrieben von Familie Merz alle Möglichkeiten dazu.

Wenn man dich so hört würde man am liebsten selbst gleich anheuern!

Nur zu – her mit den Bewerbungen. Nun, da Corona weitgehend überstanden ist, stellen wir an allen Positionen wieder Leute ein. Von Housekeeping über Küche bis hin zu Tresen, Bar und Service kann sich jeder bei uns melden, ob als Aushilfe oder Vollzeitkraft. Vorkenntnisse sind zweitranging. Was man können muss lernt man hier als Teil unseres jungen, internationalen Teams. Bei uns hat es schon manche ungelernte Aushilfe zum ausgebildeten Koch geschafft. Wichtig ist, dass man die nötige Motivation mitbringt anzupacken und durch Leistung gutes Geld zu verdienen.

+ Universität-Heidelberg-Gastronomie

Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen

Frei von den Zwängen des Elternhauses und gleichzeitig doch noch weit entfernt vom künftigen Karrierestress: Für viele ist die Studentenzeit der vielleicht schönste und prägendste Lebensabschnitt. Das gilt ganz besonders dann, wenn man sich für ein Studium an der traditionsreichen Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg eingeschrieben hat.

Semper apertus – immer offen“ so lautet der Leitsatz der Heidelberger Universität und den hätte man trefflicher nicht wählen können. Schon seit jeher ist Heidelberg bekannt für seine Offenheit gegenüber neuen Ideen und Menschen gleich welcher Herkunft. Nirgends in der Stadt lässt sich der lebendige Geist intensiver erleben als auf dem Campus der Universität. Verteilt auf mehr als 180 Studiengänge, tummeln sich dort rund 30.000 Studierende aus der gesamten Welt.

Wenn im September am Heumarkt im Studentenwohnheim „Sibley-Haus“ das Leben einkehrt und die Fahrräder wieder die Terrasse versperren, dann merkt man auch im Weissen Bock, dass der Beginn des Wintersemesters bald bevorsteht. Einen großen Teil der Studentenschaft hat es während der Semesterferien nach Hause gezogen. Nun kehren sie eilig zurück, um auf den letzten Drücker ihre Hausarbeiten zu schreiben. Schwer bepackt mit Büchern aus der Universitätsbibliothek sieht man sie dann die große Mantelgasse entlanglaufen – oder sie sitzen im benachbarten „Hörnchen“, trinken Kaffee und wälzen den dicken Reader, den sie das Semester über nur ungern zur Hand genommen haben.

Die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg ist die älteste Hochschule Deutschlands. Gegründet wurde sie bereits im Jahre 1386. Eine Jahreszahl, die gerade bei den amerikanischen Hotelgästen im Weissen Bock und der Kulturbrauerei regelmäßig für mächtig Kopfschütteln sorgt. Für sie ist es kaum vorstellbar, dass nur wenige hundert Meter von ihrem Hotelzimmer entfernt schon über 100 Jahre lang studiert wurde, als Columbus die neue Welt entdeckte. Heute strömen angehende Akademiker aus der ganzen Welt an den Neckar, um hier an einer der 100 besten Universitäten der Welt zu studieren.

Im Spätsommer sieht man Jahr für Jahr Eltern mit ihren gerade volljährigen Sprösslingen im Biergarten der Kulturbrauerei sitzen. Gemeinsam wird dann hektisch die Zeitung gewälzt und mit dem Smartphone gegoogelt, um eines der heißbegehrten WG-Zimmer zu ergattern. Oft haben bereits die Eltern in Heidelberg studiert und freuen sich, wenn diese Tradition auch in der nächsten Generation erhalten bleibt.

Überhaupt gelingt es in Heidelberg besonders gut, Tradition und Innovation unter einen Hut zu bekommen. Auch heute befindet sich das historische Studentenlokal zum Seppl in unmittelbarer Nachbarschaft zum Germanistischen Seminar am Karlsplatz. Das Interieur ist unverändert erhalten geblieben und zeugt von den Tagen, als der Ur-Ur-Großvater schon hier studiert hat. Zum Glück sind die Tage aber vorbei, als Studenten wegen Trunkenheit noch in den Studentenkarzer geschlossen wurden. Überhaupt scheint das Studentenleben seit Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge etwas ruhiger geworden zu sein. Gefeiert wird in der Unteren Straße zwar auch heute noch, aber eben verstärkt an Wochenenden und in der prüfungsfreien Zeit.

Vielleicht ist es auch besser so, denn so lässt es sich konzentrierter studieren und nebenher bleibt ausreichend Zeit, um als Aushilfskraft in der Kulturbrauerei das Bafög aufzubessern. Schaden kann es nicht, denn ein schönes WG-Zimmer will auch erstmal finanziert sein.

5 EMPFEHLUNGEN FÜR BESUCHER DER UNIVERSITÄT

1. ZEUGHAUS-MENSA IM MARSTALL
Marstallhof 3

Mensa und Biergarten sind sehr beliebt bei Heidelberger Studierenden und wurden mehrfach preisgekrönt. Auch Nicht-Studierende dürfen hier Campus-Luft schnuppern.

Öffnungszeiten (momentan eingeschränkt)
MO-FR: 11:00 – 17:00 Uhr


2. STUDENTENKARZER
Augustinergasse 2

Das Studentengefängnis wurde in den 1780er Jahren eingerichtet und war bis 1914 in Betrieb. Heute zählt es zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs.

Öffnungszeiten
MO-FR: 10:45 – 16:30 Uhr


3. UNISHOP
Augustinergasse 2

Neben vielen verschiedenen Geschenkartikeln wie z.B. Tassen, Schlüsselbändern, Taschen und Schreibutensilien, findet man hier auch Bücher und eine große Auswahl an Textilien.

Öffnungszeiten
MO-FR: 10:45 – 16:30 Uhr


4. UNIVERSITÄTSMUSEUM
Grabengasse 1

Das Universitätsmuseum im Erdgeschoss der Alten Universität bietet in drei Räumen einen spannenden Rundgang durch die Geschichte der ältesten Universität Deutschlands.

Öffnungszeiten
MO-FR: 10:45 – 16:30 Uhr


5.  WIRTSHAUS „ZUM SEPPL“
Hauptstraße 213

Schon im 17. Jahrhundert trafen sich Studierende hier zum gemeinsamen Bier. Davon zeugen heute noch historische Fotografien, Zeichnungen und Schnitzereien.

Öffnungszeiten
An besonderen Anlässen und an Festtagen

+ Kulturbrauerei Heidelberg

Endlich zurück in Heidelberg

Gemeinsam spontan sein und zu zweit in die Ferne fahren. Wieder spazieren gehen, lachen und quatschen, staunen und ausgelassen sein. Der Hochsommer ist da und mit ihm endlich wieder die Gelegenheit unvergessliche Momente zu erleben. Genießen wir die wiedergewonnene Freiheit – auf nach Heidelberg!

Erstmal das Auto abstellen. Wer Heidelberg kennt, weiß, dass man hier wundervoll ein paar Tage auf den PKW verzichten kann. Von der Kulturbrauerei und vom Weissen Bock aus sind die Alte Brücke, das Schloss und überhaupt alle Sehenswürdigkeiten der Stadt bequem zu Fuß zu erreichen und auch der ÖPNV ist bestens ausgebaut.

Wenn der Wagen also geparkt ist und die Koffer in einem der schönen Hotelzimmer abgestellt sind, steht einem erholsamen Heidelberg-Wochenende nichts mehr im Weg. Gäste im Weissen Bock erholen sich bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Champagner von den Strapazen der Anreise. Wer in der Kulturbrauerei nächtigt, erfrischt sich am besten bei einem kühlen Radler in unserem schattigen Biergarten.

Während der kleinen Verschnaufpause kann man schon mal überlegen, wohin der erste Spaziergang führen soll, denn von den beiden zentralen Hotelstandorten aus hat man die Qual der Wahl. Die Heidelberger Hauptstraße, die mit 1,6 Kilometern längste Fußgängerzone Europas, lädt zum Shoppen und Flanieren ein. Das weltberühmte Schloss ist nur einen Bergbahnhaltestelle entfernt und auch zur Alten Brücke, dem zweiten Wahrzeichen Heidelbergs ist es nur ein kurzer Katzensprung.

Aber wem erzählen wir das? Heidelbergbesucher sind ja notorische Wiederholungstäter und folgen ihrer ganz eigenen Agenda. Viele hat es zum Studium an den Neckar verschlagen und nun begeben sie sich auf die Suche nach dem Herzen, das sie hier einst verloren haben. Das Schöne an Heidelberg ist, dass man bei jedem Besuch stets wieder fündig wird, egal wie viele Jahre zwischenzeitlich vergangen sind.

Die unverwechselbare Melange aus quirligem Studentenleben, touristischer Hektik und einheimischer Gelassenheit sorgt für ein einzigartiges Lebensgefühl. Wer auf den Spuren vergangener Studientage die Mensa im Marstall aufsucht, sich durch das Nachtleben der Unteren Straße treiben lässt oder vom Philosophenweg aus den Sonnenuntergang beobachtet, wird stets wiederfinden was er hier einst ins Herz geschlossen hat.

Doch Heidelberg ist nicht einfach ein romantische Bubble, die sich dem Wandel der Zeit entzieht – ganz im Gegenteil. Die mit durchschnittlich 39,7 Jahren jüngste Stadt Deutschlands entwickelt sich trotz ihrer historischen Schönheit und ihres beständigen Charakters in ihrem Inneren rasant weiter. Als innovative Stadt der Wissenschaft und als Leuchtturm kultureller Vielfalt fasziniert Heidelberg und lädt dazu ein immer wieder neu entdeckt zu werden.

Und darum geht es doch, wenn wir verreisen: Wir wollen Vertrautes wiederfinden und gleichzeitig Neues entdecken, um uns überraschen zu lassen. Vermutlich liegt darin der Schlüssel, warum Reisende so gerne nach Heidelberg zurückkehren.

Heidelberger Kulturbrauerei